vorschaubild ersten eigenen online-kurs erstellen anleitung

Wie du einen ersten Online-Kurs erstellst, der Wert schafft

Wie erstellst du deinen ersten Online-Kurs, so dass du mit motivierten, zahlenden Teilnehmer:innen arbeiten kannst und dir damit eine Basis für ein langfristig erfolgreiches Online-Business schaffst? Worauf solltest du den Fokus legen und wie ist die Reihenfolge der Schritte, so dass du dich nicht in tausend Nebenschauplätzen verlierst? In diesem Artikel gehe ich die wichtigsten Schritte durch auf dem Weg zum ersten begleiteten Pilot-Kurs – und ich begründe dir auch, warum ich so vorzugehen empfehle. Auch auf die Voraussetzungen gehe ich ein, die ich für elementar wichtig halte, wenn du dir nicht zu viel Druck machen willst. Denn, darum geht es mir vor allem: Dass du hineinwachsen kannst in dein Online-Business – statt zu versuchen, aus dem Stand „von Null auf Hundert“ zu kommen.

Worum es hier geht: langfristig ein Einkommen mit Online-Kursen erzielen statt schnell einen ersten Kurs zu produzieren

Wenn du drei Leute fragst, was sie unter einem Online-Kurs verstehen, bekommst du drei verschiedene Antworten:

  • Die eine antwortet, es sei eine Reihe von Videos, die man im eigenen Tempo durcharbeitet
  • der nächste sagt, ein Kurs ist eine Reihe von Live-Trainings in einem Online-Konferenz-Raum;
  • und noch jemand anderes meint mit einem Online-Kurs einen Gruppenkurs, in dem man die Impulse der Trainerin in einem Forum (bspw. Facebook-Gruppe) bespricht.

Ja, das Feld der Online-Kurs ist großartig vielfältig – denn aus meiner Sicht haben alle recht.

Meine Definition von Online-Kursen ist: Es sind Lernprozesse, die über einen Zeitraum hinweg Teilnehmende in sequentiell aufeinander aufbauenden Schritten dabei begleiten, ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen – und das über Online-Medien und -Kanäle. Ich definiere es also bewusst offen so dass es viel Raum für unterschiedliche Geschäftsmodelle und Gestaltungsmöglichkeiten gibt.

Worum soll es hier in diesem Artikel gehen? Lass‘ uns das kurz vorab klären, denn auch die Vorstellungen, wie ein erster Online-Kurs aussehen sollte, gehen auseinander. Aus meiner Sicht gibt es grundsätzlich zwei realistische Möglichkeiten, mit einem Online-Kurs zu starten:

  1. Du produzierst erstmal einen (kleineren) Selbstlernkurs, den du zur Ergänzung deiner Dienstleistungen an vorhandene Kunden einsetzen kannst, bspw. als Vorbereitung für Einzel-Sitzungen oder Präsenz-Seminaren. So einen Mini-Kurs kannst du auch sehr gut nutzen, um deine Liste zu füllen (als ‚Freebie‘) oder um ihn zu einem sehr günstigen Kurs abzugeben, um damit neue Einzelkunden zu gewinnen.
    Um so einen Mini-Kurs, der ’nur‘ produziert und ausgeliefert werden muss, geht es in diesem Artikel NICHT.
    (>> Hier habe ich einen Artikel dazu geschrieben „Ein Mini-Kurs als hochwertiges Freebie für deine Liste„)
  2. Du startest mit einem begleiteten Gruppen- oder Einzel-Kurs, der in einem ersten Durchlauf weder perfekt noch vorher komplett ‚vorproduziert‘ ist – und ich den ich „Pilotkurs“ nenne. Wenn du längerfristig ein ’nennenswertes‘ Einkommen mit deinen Kursen erzielen möchtest, ist das aus meiner Sicht der deutlich bessere Einstieg mit eigenen Kursen! Dieser Ansatz bringt dich früher raus aus der Komfort-Zone – aber du lernst sehr schnell sehr viel über deine Teilnehmenden und kannst gleich beim ersten Durchlauf einen passablen Umsatz machen. Wenn du dazu mehr wissen willst, bist du in diesem Artikel genau richtig – denn hier geht es um die Voraussetzungen und die Schritte bis zum Start der Durchführung deines Pilot-Kurses.

Was eher nicht funktioniert: Vom Start weg automatisiert Geld verdienen

Falls du die Vorstellung hast, mit Selbstlernkursen automatisiert dein „Wissen zu Geld zu machen“, möchte ich dich ent-täuschen: Nach meiner Erfahrung endet das für die meisten, die das versuchen, in einer Sackgasse – sprich: Der Selbstlern-Kurs verkauft sich nicht, die Kunden sind damit nicht zufrieden oder er wird gar nicht erst fertig.

Da wird viel Zeit investiert in die Einrichtung eines Home-Studios, intensiv für Auswahl einer Plattform recherchiert, Stunden in das Drehen von Videos gesteckt und möglicherweise für bestimmte Tätigkeiten wie bspw. das Texten von Landingpages Freelancer bezahlt – und dann verkauft sich Selbstlernkurs eben doch nicht von selbst. (Ausnahmen bestätigen die Regel, wenn bspw. ein Kurs-Thema gerade brandaktuell ist, wie es z.B. „Home-Schooling“ in Zeiten des Lockdowns war.)

Nein, auch nicht mit bezahlter Werbung oder Affiliate-Marketing – weil auch das etwas ist, in das man am besten ‚hineinwächst‘ und wo es auch nochmal viel zu lernen gibt. Deswegen mein Hinweis oben, dass du ruhig auch mit einem Selbstlern-Kurs starten kannst – dann aber die Erwartungen realistisch niedrig halten solltest.

Es ist aus meiner Sicht ein >> Mythos, dass du mit Online-Kursen (vom Start weg) passives Einkommen erwirtschaften kannst.

Das Ziel: Nachhaltiger Erfolg mit eigenen Online-Kursen

Ich will aber nicht zu schwarz malen! Wenn Online-Kurse gut laufen, machen sie glücklich.

Und zwar alle Beteiligten – Teilnehmer:innen und die Kurs-Anbieter. Begleitete Gruppen- oder Einzel-Kurse haben das Potenzial für ein gutes Einkommen und den Kunden beim Erzielen von Resultaten zu helfen.

Und das ist, was ich mit ’nachhaltigem‘ Erfolg meine: Statt einmalig ein paar Euros mit einem hinter verschlossenen Türen erstellten Kurs einzunehmen, der danach in der Versenkung verschwindet, hast du idealerweise langfristig Freude an deinem Business.

Zu deinen Followern und (ehemaligen) Teilnehmern baust du im Laufe der Zeit eine enge Vertrauens-Beziehung auf und so setzt sich eine positive Spirale in Gang. Beispielsweise, wenn deine begeisterten Kurs-Teilnhmer:innen öffentlich ihre Erfolge zeigen oder deinen Online-Kurs weiterempfehlen.

Auf dem Weg dahin entwickelst du dich selbst auch persönlich weiter, du lernst ganz viel, dein Business wird ‚wert-voller‘ und du inspirierst und aktivierst die Zielgruppe, die dir am Herzen liegt: Das meine ich mit meinem Slogan „Online-Kurse, die Wert schaffen“.

Wenn du dann später mehrfach einen Kurs gelauncht, also erfolgreich vermarktet und mit Teilnehmern gefüllt hast – also nach ca. 1-2 Jahren – kann dann auch funktionieren, was ich oben in Abrede gestellt habe: Dass du Selbstlern-Kurse produzierst und diese automatisiert verkaufst.

Die Vorteile eines Pilotkurses: Schneller auf dem Markt – schneller lernen – Risiko minimieren

Einen ersten Online-Kurs mit zahlenden Teilnehmer:innen, bei dem du bewusst einige Dinge weglässt oder ‚Unperfektion‘ akzeptierst, nenne ich ‚Pilotkurs‘.

Bei diesem Vorgehen planst du alles gut vor, erarbeitest vorab ein Konzept und übst dich ggf. mit den Online-Tools – und dann gehst du in den Verkauf und gewinnst Teilnehmer für deinen Kurs, der zu einem bestimmten Datum startet.

Ich unterstütze ja schon seit mehreren Jahren Onlinekurs-Entwickler dabei, ihren ersten Kurs auf den Markt zu bringen – und erlebe bei diesem Vorgehen folgende Vorteile:

  • Wenn du für die Kurs-Produktion im ’stillen Kämmerlein‘ bleibst, ist die Gefahr sehr groß, dass sich deine Energie verbraucht, bevor du auch nur eine Person durch den Prozess begleiten kannst – bei dem Pilotkurs-Vorgehen jedoch gehst du in einem energiereichen, begeisterten Zustand in die Vermarktung.
  • Du kannst damit relativ risikofrei testen, ob sich es in deiner Zielgruppe überhaupt einen Bedarf gibt und du mit deinem Kurs den Nerv triffst. Wenn dann keiner bucht, kannst du dein Konzept überarbeiten, hast aber nicht schon wochenlang Materialien erstellt (die dann für die Tonne wären)
  • Viele Teilnehmer:innen wissen zu schätzen, dass ein Pilotkurs meist intensiver begleitet wird als spätere Kurse. Sie empfinden es durchaus als Privileg, noch mitreden zu können bei Inhalten und Formaten – und nicht als Makel, dass manche Dinge noch nicht perfekt laufen im ersten Durchlauf.
  • Du kannst für dich erstmal ein paar Dinge ausprobieren, denn Pilot-Teilnehmer:innen erwarten ja keine Perfektion. Liefere Input auf verschiedenen Wegen, teste verschiedene Settings der Kommunikation innerhalb der Gruppe aus, sprich‘ individuell mit einzelnen Teilnehmern, um auf neue Ideen zu kommen. (das Grundgerüst des Kurses muss aber vor dem Verkauf stehen, siehe unten die Schritte)

Statt ewig und drei Tage an deinem „perfekten ersten Kurs“ zu werkeln, kannst du mit einem Pilotkurs Momentum in dein Business und deine PS viel schneller auf die Straße bringen. Der intensive Kontakt zu deinen Kunden in dieser Phase wird dir ganz neue Perspektiven ermöglichen.

Doch, bevor ich dir die Schritte zum erfolgreichen ersten Kurs erläutere, lass‘ uns noch kurz über die Voraussetzungen sprechen:

Voraussetzungen für eigene Online-Kurse

Was ist eine gute Ausgangslage, um mit einem Pilot-Online-Kurs zu starten?

  • Fachwissen & Erfahrung: Dass du genug Fachwissen in deinem Thema hast und über einige Erfahrung in der Arbeit mit Kunden hast, davon gehe ich mal aus. Denn, wer kommt auf die Idee, einen Prozess zu standardisieren, den er oder sie noch nicht gut kennt. Also, erste Voraussetzung: Du weißt, wovon du sprichst, bzw. kennst dich aus mit dem Prozess, den du im Kurs lehren willst.
  • Intrinsisches Interesse an Thema und Zielgruppe: Eine weitere wichtige Voraussetzung ist schlicht das Interesse für deine Zielgruppe, dein Bedürfnis, mit deinem Wissen Anderen weiterhelfen zu wollen – und eine intrinsische Begeisterung für das Thema, zu dem du deinen Kurs entwickeln möchtest. Das ist deswegen wichtig, weil das Erstellen und Vermarkten von eigenen Online-Kursen – wenn sie Wert schaffen sollen – ein Marathon und kein Sprint ist: Es dauert seine Zeit und erfordert anfangs viel Energie, vor allem auch für das Online-Marketing dafür.
  • Vorhandene Geldquelle: Damit dir die Puste nicht ausgeht und du nicht zu sehr unter Druck stehst, während du deine ersten Schritte mit eigenen Online-Kursen machst, hilft eine solide, tragende Einnahme-Quelle! Dahinter setze ich ein Ausrufezeichen, weil viele genau aus der umgekehrten Situation heraus an Online-Kurse denken: „Ich brauche mehr Einkommen, ich probier’s mal mit Online-Kursen„. Wie ich aber oben schon schrieb, dauert es eine Weile und es gibt eine Übergangsphase von ca. 1-2 Jahren, bis das Geschäftsmodell wirklich tragfähig ist. (Ausnahmen bestätigen die Regel – das ist meist der Fall, wenn entweder schon eine sehr große Folgerschaft vorhanden ist und/oder das Thema einen aktuellen Bedarf trifft.)

    Also, bitte starte nicht mit Online-Kursen, wenn du akut Geld brauchst! Ich weiß, dass viele Online-Marketer:innen das schnelle Geld mit Online-Kursen versprechen… – aber das lehrt nur, dass man leider mit unrealistischen Versprechen Geld verdient 😉
  • Reichweite und/oder vorhandenes Netzwerk: Damit du deinen ersten Kurs mit zahlenden, motivierten Teilnehmern füllen kannst, musst du logischerweise die Menschen erreichen können über dein Marketing. Das bedeutet also: Ein guter Zeitpunkt mit einem ersten Kurs zu starten ist dann, wenn du bereits mit deinen kostenlosen Aktivitäten (erste) Interessenten für dein Thema anziehst und idealerweise schon eine (kleine) E-Mail-Liste hast.

Diese vier Voraussetzungen halte ich für wichtig, bevor du mit deinem Pilotkurs startest. Wenn du bisher noch keine oder nur sehr wenig Online-Reichweite hast, dafür aber ein gewachsenes Offline- und Online-Kontakte-Netzwerk, funktioniert es für den ersten Kurs meist auch, vielen Kontakten von deinem Kurs zu erzählen und sie zu bitten, dich zu unterstützen. Der Aufbau der Online-Sichtbarkeit steht dann nach dem ersten Kurs an – falls du dich nach dem 1. Kurs entscheidest, dieses Geschäftsmodell weiter auszubauen.

Du kannst die Voraussetzungen für das Vermarkten deines Kurses auch verbessern, wenn du parallel zu dem Prozess, den ich dir gleich beschreibe, einen Pre-Launch durchführst. Oder du hörst mal in diese Podcast-Episode rein, in der ich Ideen aufliste, >> wie du deine ‚Lust auf Online-Kurs‘ für dein Marketing nutzt.


Die Schritte zum eigenen Online-Kurs (Pilotkurs):

Kennzeichnend für deinen Pilotkurs ist,

  • dass du nicht alle Materialien vorher fertig machst, sondern den Kurs während der Interaktion mit deiner Teilnehmer-Gruppe entsteht. Im Grunde wie bei einem Präsenz-Seminar, bei dem die Trainerin gut vorbereitet reingeht, aber auch flexibel auf den Bedarf der Gruppe reagiert,
  • dass du einiges, was technisch machbar wäre, am Anfang erstmal weglässt bzw. dich mit ‚unperfekten‘ Lösungen zufrieden gibst. „Better done than perfect“ ist das Motto – mit dem Ziel, dich nicht beim ersten Durchlauf selbst zu überfordern mit den vielen Bällen, die in der Luft gehalten werden müssen und
  • dass deine Pilot-Teilnehmer:innen einen geringeren Preis zahlen und/oder einen Bonus dazubekommen – und dafür in der Regel dann auch gern und ausführlich Feedback geben.

Das sind die 7 großen Schritte und jeweils meine wichtigsten Tipps dafür:

1. Erster Schritt: Ein begeisterndes Thema für deinen Online-Kurs finden

Lass‘ mich raten: Du hast deinen Kopf voller Wissen und Erfahrungen im Rahmen deines Themenfeldes. Wenn du eine Mindmap machst, was von deinem Wissen du gern weitergeben würdest, hat jeder Aspekt wieder mindestens drei Verästelungen, stimmt’s? :o) Nun suchst du in einem ersten Schritt nach einem passenden Thema für deinen ersten Online-Kurs – und weißt, du kannst nicht all‘ dein Wissen auf einmal dort reinpacken.

Daher: Schon dieser erste Schritt ist für einige herausfordernd – und das ist ganz normal! Das ist aus meiner Sicht einer der wichtigsten Schritte in diesem Kurs-Konzeptions-Prozess überhaupt. Daher: Die Zeit und Energie, die du in die ‚Positionierung‘ deines Angebots steckst, rentiert sich mehrfach! Zum einen werden alle nachfolgenden Konzeptions-Schritte deutlich einfacher, wenn du hier Klarheit hast. Zum anderen wird logischerweise auch das Verkaufen deines Kurses einfacher, wenn du mit deinem Kurs-Thema den Nerv deiner Interessenten triffst.

Bei einem Online-Kurs geht es ja darum, dass eine bestimmte Gruppe Menschen, von einem Startpunkt A zum Ergebnis B geführt werden. Der Fokus liegt nicht auf der Vermittlung von Wissen, sondern auf dem Resultat, dem ‚Lernziel‘. Wenn ich von „Thema“ eines Online-Kurses spreche, meine ich also immer diesen Dreiklang: Zielgruppe und deren aktuelle Situation – Thema des Kurses – Lernziel / die Ergebnisse für die Zielgruppe.

Hier ein paar Tipps für das Finden des Kurs-Themas:

  • Für die Bestimmung des Lernziels hilft es, von dem auszugehen, was du aus deiner (Offline- oder Einzel-) Arbeit kennst:
    Geh‘ etwa von einem 2-3 Tages-Seminar aus (offline, in einem Seminarraum) oder von ca. 4-6 Einzelsitzungen an Beratung oder Coaching.
    Die Leitfragen lautet dann z.B.: „Von wo nach wo könnte ich Teilnehmende innerhalb dieser Zeitspanne realistisch führen?“; „Welches Lernziel / Ergebnis kann ich als TrainerIn in dieser Zeitspanne schaffen – und was setze ich dann ggf. bei den Teilnehmenden voraus?“.
  • Wichtig ist auch klarzukriegen, was der ‚Veränderungsdruck‘ genau ist, so dass Interessenten bereit zu der Aktion sind, sich an einem mehrwöchigen Kurs anzumelden und mitzumachen. In der Arbeit mit meinen Kunden nutze ich dafür bspw. die Leitfrage „In welcher Situation ist derjenige, so dass dein Kurs und das versprochene Ergebnis nicht nur ’nice-to-have‘ ist, sondern wirklich verlockend wirkt? Was stört sie oder ihn und welche Sehnsucht schlummert da, die gerade akut im Leben desjenigen deutlich ist?“
  • Wenn das schwerfällt, genau einzugrenzen (verstehe ich!), hilft es, dir selbst Stories zu konstruieren: Denke von deinem Kursthema aus und male dir dann eine Situation aus, in der diejenige sehr aufmerksam wird, wenn du bspw. ein kostenloses Webinar dazu anbieten würdest. Meist sind das Themen, die deine Interessenten schon lange „endlich mal angehen“ wollen und irgendwas – irgendein Ereignis oder eine Erkenntnis – bringt das Thema jetzt zurück ins Bewusstsein.
  • Wenn du mehrere Themen hast und dich nicht entscheiden kannst, spiele die oben genannten Leitfragen mit allen Themen einmal durch – und schau‘, ob sich schon ein Favorit herauskristallisiert (dabei gilt: Bauchgefühl vor Verstand). Wenn du dann immer noch unschlüssig bist: Mach‘ den Praxistest, indem du zu beiden Themen kostenlosen Content erstellst (Video, Blogartikel, Webinar…) und sehr genau die Reaktionen deiner Follower dazu beobachtest. Und auch in dich reinfühlst, zu welchem Thema es dich mehr hinzieht, wo es dich mehr kribbelt. Spätestens nach diesem Test wirst du sicher sein, womit du starten willst.
  • Absolut zentral ist es, nach ein paar ersten Vorüberlegungen in dieser Phase mit Interessenten zu sprechen oder in den Kontakt zu kommen! Die Gefahr ist sonst viel zu groß, dass alles, was du dir zu deinem Kurs-Thema überlegst, am Bedarf der Menschen vorbeigeht, die du gern erreichen möchtest. Ideal wären Zoom- oder Telefon-Gespräche, bspw. mit ehemaligen Kunden, mit besonders aktiven Fans, mit Bekannten von Bekannten, die das Thema betrifft oder auch in sonstigen Gesprächen, die sich bspw. auf Netzwerk-Veranstaltungen o.ä. ergeben. Nutze einfach jede Chance, von deiner Kurs-Idee zu erzählen und gezielt Fragen zu stellen. Fragen könnten sein, z.B.: „Hast du das Problem schon länger? Was hast du bisher schon dazu versucht?“; „Wenn du sagst, du möchtest ….[Wunsch, Sehnsucht, Problemlösung] – was genau meinst du damit?“; „Was assoziierst du mit dem Begriff … [Kurs-Thema]? Ist das für dich ein Thema?“. Hauptsache, du gehst offen und ehrlich interessiert in diese Gespräche – dann wirst du sicher wichtige Erkenntnisse für deinen geplanten Kurs daraus mitnehmen!
  • Mein Tipp ist, in dieser Phase nicht zu recherchieren, was andere dazu schon an Angeboten rausgebracht haben! Mich würde das von meinem Fokus abbringen und für so manchen steigen dadurch Zweifel hoch, ob der eigenen Kurs überhaupt noch gebraucht wird. Wenn überhaupt, würde ich in einer anderen Sprache nach Inspirationen dazu suchen, z.b. in englisch oder deiner Zweitsprache – so dass du nicht den ‚Markt‘ durchsuchst, auf dem du dein Angebot platzieren möchtest.
  • Wenn du dein Thema sowie das Ergebnis deines Kurses und die Zielgruppe und ihre Situation sehr klar hast, kannst du das einmal versuchen, in wenigen Sätzen auf den Punkt zu bringen. Ich nenne das in meinen Kursen „die Kursformel“ und das Ziel ist es, die ganzen vielen Vorüberlegungen gedanklich zusammenzuführen – und diese Phase damit abzuschließen. (Und: Keine Sorge, wenn das länger dauert, als du anfangs gedacht hast: Das ist ganz normal und da es die Basis deiner folgenden Schritte ist auch wert, entsprechend hohe Aufmerksamkeit zu bekommen!).

Ausführlich hatte ich in diesen Podcast-Folgen darüber gesprochen, >> Wie du das Thema definierst für deinen ersten Kurs und >> Wie du Zielgruppe bestimmst, für die dein Kurs ‚unwiderstehlich‘ ist

2. Inhalte brainstormen und den Online-Kurs strukturieren

Sobald du weitgehend klar darüber bist, wen du zu welchem Lernziel / Ergebnis mit deinem Kurs führen willst, kannst du mit dem Brainstormen der Inhalte anfangen. Und, das ist wichtig: Mit „Inhalten“ ist nicht nur dein purer Wissens-Input, sondern in diesem Kontext alles das gemeint, was von dir als Trainer:in kommt und die Teilnehmenden durch den Prozess von A nach B führt.

Zu den ‚Inhalten‘ können gehören:

  • Wissens-Input oder Fallstudien oder ähnliches, im Sinne eines ‚Lehrvortrags‘. Das Format spielt erstmal keine Rolle (Video, Live im Webinar, Audio oä.), es geht erstmal darum, was deine Teilnehmenden wissen und verstehen müssen, um die folgenden Aufgaben zu lösen.
  • Anleitungen, Tutorials, Schritte-Folgen: Du führst etwas vor oder beschreibst die Schritte genau.
  • Übungs- oder Praxis-Aufgaben: Was sollen die Teilnehmenden tun?
  • Reflexionsfragen, Beobachtungs-Aufgaben, Aufgaben für ‚Stillarbeit‘
  • Grafiken, weiterführende Info-Quellen

Wichtig ist dabei immer die Orientierung an der Transformation, die der Kurs anstoßen und begleiten soll! Diese Lernziel-Orientierung ist ein elementares didaktisches Prinzip: Es geht bei den Inhalten in deinem Kurs nicht um die Frage „Was will ich lehren?“ sondern um die Frage „Was brauchen die Teilnehmenden, um zum Ziel zu kommen?“.

Ziel dieses Arbeitsschritts ist eine Gliederung in etwa 3-7 Module, die jeweils wieder aus mehreren Elementen (die z.B. Lektionen heißen können) bestehen. Jedes dieser Module führt zu einem ‚Meilenstein‘, also einem Unterziel des Gesamt-Ziels. Die Leitfrage lautet: „Was muss der Teilnehmende nach diesem Modul verstanden, ausprobiert, reflektiert, beobachtet, umgesetzt… haben?“. (Das ist sehr themenabhängig, worin diese Meilensteine bestehen).

Und wenn du die Module und ihre Meilensteine weitgehend klar hast, kannst du mit dem Brainstorming der ‚Inhalte‘ beginnen! Ich empfehle, das möglichst abseits vom Bildschirm, bspw. an einer Wand mit Klebenotizen oder an einer Pinnwand oder ähnlichem zu machen – so dass du wirklich deine Kreativität voll laufen lassen kannst.

Wenn du brainstormst, bevor du dir eine grobe Gliederung überlegt hast, besteht die Gefahr, dass du alles aus deinem Kopf rausziehst, was drin ist. Wir brauchen aber für die Inhalte der Module dein Wissen wirklich nur sehr dosiert! Dein Erfahrungswissen fließt sozusagen eher indirekt ein, weil du den Prozess gut kennst, durch den du in deinem Kurs hindurchführen möchtest – und von dort aus wählst du Input, Übungen, Fragen usw. ‚weise‘ aus.

3. Kurs-Format bestimmen, Medienmix und Aufbau

Jetzt geht es darum zu entscheiden, wie dein Pilot-Kurs ablaufen wird und welche Medien zum Einsatz kommen. Wenn du meiner Definition oben folgst, kommen theoretisch sehr viele Kombinationsmöglichkeiten von Online-Medien und -Kanälen für deinen Kurs in Frage, da du ja verschiedene miteinander kombinieren kannst und auch die Dauer von Online-Kursen sehr unterschiedlich sein kann.

Für den asynchronen Input stehen bspw. Videos, Audios, Texte, Grafiken zur Verfügung und für den Austausch mit dir und innerhalb der Gruppe z.B. Foren, Online-Konferenzen, Webinare, E-Mails…

Aber keine Sorge, du brauchst nicht das ganze Arsenal an Möglichkeiten – sondern du willst pragmatisch und für dich gut umsetzbar einen ersten Online-Prozess begleiten! Für deinen Pilotkurs geht es ja vor allem um zwei Dinge: Du willst erstens mit deinen Teilnehmern aktiv in Kontakt sein während der Dauer des Kurses und mitbekommen, wie sie vorankommen, welche Fragen sich für sie ergeben und was sie ggf. ausbremst. Und zweitens: du verkaufst deinen Kurs, bevor du alle Kursmaterialien fertig hast, sondern erstellst deinen „Input“ im laufenden Kurs.

Außerdem sollte dein erster Kurs eine Dauer haben, die einerseits ausreicht, dass deine Teilnehmer:innen neben ihrem Alltag Ergebnisse erzielen können und andererseits nicht zu lang ist, denn du musst als Trainer:in die ganze Zeit präsent sein und die Energie halten. Es kommt natürlich auf’s Thema an, aber mit 4-8 Wochen liegst du meist richtig. (Ja, und es kann sein, dass du dafür bei den Inhalten abspecken darfst – das wäre jedenfalls ganz typisch und erlebe ich immer wieder)

Diese Formate haben sich für Pilot-Kurse bewährt:

  • Ein Live-Online-Kurs, bestehend aus einer Serie von „Webinaren“ bzw. interaktiven Live-Online-Workshops über die Laufzeit hinweg: Du bist einmal die Woche ‚live‘, gibst Input soweit nötig und lässt Teilnehmende Fragen stellen, ihre Ergebnisse präsentieren, sich in kleineren Gruppen untereinander austauschen und gibst dann jeweils wieder Aufgaben und ggf. Arbeitsblätter bis zum nächsten Treffen mit.
  • Ein weitgehend asynchroner Gruppenkurs, in dem der hauptsächliche Austausch bspw. in einer Facebook- oder LinkedIn-Gruppe stattfindet. Als Kursleiter:in gibst du einmal pro Woche einen Input und beschreibst darin die Aufgaben für die Woche, ggf. mit Hilfe von Checklisten, Grafiken, Arbeitsblättern oder ähnlichem. Zusätzlich machen einige Live-Meetings zum besseren Kennenlernen Sinn, z.B. eins zum Auftakt, eins in der Mitte, eins zum Abschluss.
  • Ein Einzel-Kurs („Coaching-Programm“) besteht meist aus Selbstlern-Medien, die vor und/oder nach einer Einzel-Sitzung vom Teilnehmer durchgearbeitet werden sollen. Hier bist du bei den Terminen für die Einzelsitzungen flexibler als bei einem Gruppe-Programm und bleibst nicht unbedingt im Wochen-Rhythmus – aber du solltest zum Start des Prozesses alle Termine im Voraus mit dem Teilnehmer festlegen.

Meine wichtigsten Tipps für den Aufbau und Ablauf deines ersten Kurses:

Dein erster Kurs sollte eine Dauer haben, die einerseits ausreicht, dass deine Teilnehmer:innen neben ihrem Alltag Ergebnisse erzielen können und andererseits nicht zu lang ist, denn du musst als Trainer:in die ganze Zeit präsent sein und die Energie halten. Es kommt natürlich auf’s Thema an, aber mit 4-6 (max. 8) Wochen liegst du meist richtig. (Ja, und es kann sein, dass du dafür bei den Inhalten abspecken darfst – das wäre jedenfalls ganz typisch und erlebe ich immer wieder).

Bleibe, soweit möglich, erstmal bei dem wöchentlichen Rhythmus, den ich oben vorgeschlagen habe, denn das sind die meisten Teilnehmer:innen gewohnt und können es gut in ihren Alltag einbauen. Natürlich sind jede Menge andere Rhythmen denkbar, auch eine Pause inmitten eines längeren Kurses wäre denkbar – aber das sind alles Dinge, die du nicht beim ersten Kurs austesten solltest.

Besser asynchrone Lernmedien erstellen oder Live-Meetings anbieten bei einem Gruppenkurs? Das hängt vor allem von deinen persönlichen Vorkenntnissen und Vorlieben ab. Auch die Rahmenbedingungen deiner Teilnehmer, spielen eine Rolle denn viele Zielgruppen sind zeitlich eingeschränkt und andere brauchen fixe Termine, um dranzubleiben (z.B. Zielgruppe Angestellte vs. Zielgruppe Mütter von Kleinkindern).

Du brauchst du eine Strategie, wie du im laufenden Kurs zügig deine Materialien erstellst und solltest deinen Input nicht vorproduzieren müssen für deinen Pilot-Kurs. Das würde dich im Vorfeld zu viel Energie kosten und es geht ja darum, relativ risikolos den Marktcheck zu machen und zu lernen.

Wovon ich daher in fast allen Fällen abrate ist, mit dem Anspruch in den Kurs zu gehen, „Evergreen-Videos“ zu erstellen! Wenn du nicht schon versierte Video-Erstellerin bist, geh‘ entweder live in Webinare oder erstelle bevorzugt Audios oder Texte oder erstelle Videos erstmal nur mit dem Anspruch, sie für diese aktuelle Gruppe aufzunehmen. Also eher wie „Videobotschaften“ denn richtige Lehrvideos.

Nutze deinen Kalender, um einzuplanen, wann dein Kurs gut starten kann und wann welche Live-Termine stattfinden können. Danach empfehle ich, den Ablauf deines Kurses in einer kleinen Grafik zu visualisieren – das kann ein Zeitstrahl sein oder auch anders. Viele Interessenten können sich dann leichter vorstellen, was alles in dem Kurs mit drin ist, wenn sie das visuell vor sich sehen.

4. Preis festlegen und eine Verkaufsseite anlegen

Dein erster Gruppen-Kurs braucht auch einen Preis! Ja, ich rate tatsächlich davon ab, einen Pilot- oder Beta-Kurs kostenlos anzubieten. Es gibt Einzelfälle, in denen das sinnvoll sein mag, aber grundsätzlich ist ja dein Ziel, die ‚Marktfähigkeit‘ deines Kurses zu testen – und dafür muss es dir mit deinem Marketing gelingen, dass deine ersten Teilnehmer:innen ihr Portmonee aufmachen. Zudem willst du ja auch motivierte Teilnehmer dabei zu haben, die aktiv mitmachen – statt solche, die nur zugegriffen haben, „weil’s ja nix kostet“ und sich nach kurzer Zeit nicht mehr blicken lassen.

Wie hoch genau dein Preis liegen soll, kann ich hier so pauschal natürlich auch nicht empfehlen – denn auch Pilot-Kurse sind unterschiedlich lang, führen zu unterschiedlichen Ergebnissen, wird von unterschiedlich bekannten Anbieter:innen durchgeführt usw..

Um dir trotzdem eine ganz grobe Daumenpeilung zu geben, würde ich sagen, die allermeisten Gruppen-Kurse liegen anfangs irgendwo im mittleren dreistelligen Bereich. Ja, ich weiß, das ist schwammig. :o)

Ich will das an dieser Stelle gar nicht vertiefen, denn dazu gibt es eine ausführliche Podcast-Episode, mit der du Klarheit über einen stimmigen Preis gewinnen kannst: >> Welcher Preis für deinen Online-Kurs?

Meistens ‚weißt‘ du intuitiv, was ein fairer, guter Preis ist, der sowohl dich als Anbieter:in glücklich macht als auch den Pilot-Teilnehmern signalisiert: Hier bekommst du viel Wert für einen günstigen Preis. Sobald du eine Preis-Idee hast, solltest du dir das Feedback von einigen Kolleg:innen dazu holen und ihn dann erstmal so festlegen. Du kannst ihn im laufenden Vermarktungsprozess noch ändern, jetzt geht es in diesem Schritt erstmal darum, dein Angebot „zu Papier zu bringen“ – sprich: eine Verkaufsseite zu texten.

Tipps für deine erste Verkaufsseite:

Verkaufsseiten zu erstellen gehören wohl mit zu den emotionalsten Dingen in unserem Online-Business. Einerseits sind die vielen beeindruckenden, nahezu ‚perfekten‘ Verkaufsseiten der ‚Profis‘ – die dich vielleicht auch schon selbst öfter zum Kauf verführt haben und die du als Messlatte nehmen könntest. Andererseits ist die Verkaufsseite dein ‚Gang auf die Bühne‘ mit deinem Kurs-Angebot, die erste Form der Materialisierung deiner vor kurzem noch abstrakten Idee.

Damit du dich beim ersten Mal von dieser Herausforderung nicht ausbremsen lässt, hier ein paar pragmatische Ideen:

  • Mindset: Blende eine Zeitlang ‚gute Vorbilder‘ aus – und suche nicht im Netz nach vermeintlich inspirierenden Vorlagen. Konzentriere dich im ersten Schritt gedanklich und energetisch nur auf die Leute, die du erreichen möchtest und dein Herzens-Angebot!
  • Eine Verkaufsseite ist eine Unterform der ‚Landingpage‘ und die soll nach den Regeln des Online-Marketings keine weiteren Links enthalten außer den Link zu entweder deinem Terminvereinbarungs-Tool oder dem Bestellformular. Dafür braucht es in der Regel zusätzliche Tools, wie z.B. das Landingpage-Plugin Architect – aber das ist bei deinem ersten Launch noch gar nicht unbedingt nötig. eine normale Unterseite deines Blogs reicht vollkommen aus. Die allermeisten Pilot-Teilnehmer:innen buchen sowieso wegen dir und der Beziehung, die sie im Pre-Launch und durch Gespräche etc. zu dir aufgebaut haben – da hat die Verkaufsseite eine untergeordnete Rolle.
  • Wenn du deine Seite textest, achte darauf, vom Wunsch zur Lösung zu führen und vom Allgemeinen ins Spezielle. Gib‘ deinem Kurs einen aussagekräftigen Titel und Untertitel und hole im oberen Teil der Seite deine Zielgruppe bei ihren Schmerzen oder Bedürfnissen ab. Erst danach beschreibst du deinen Kurs, was alles an Inhalten drin ist, wann welche Termine sind und wie er abläuft.
  • Arbeite von der Grobstruktur zur Detail-Arbeit: Erst der Aufbau deiner Seite, dann die einzelnen Texte. Dazu kannst du auch erstmal mit Moderationskarten arbeiten, die du handschriftlich beschreibst und vor dir auf den Boden legst – so dass vor deinem Auge eine sinnvolle Reihenfolge entsteht.
  • Möglicherweise wirst du an dieser Stelle, wenn du deinen Kurs „anpreisen“ sollst, von negativen Gefühlen bezüglich ‚Verkaufen‘ eingeholt. Möglicherweise hilft es dir dann, ein anderes Wort für diese Seite zu finden, wie z.b. Angebots-Seite? Mir hilft es außerdem immer, mich während der Landingpage-Erstellung immer wieder in meine Wunsch-Kund:innen einzufühlen. Und mir klar zu machen, wie viel besser sie mit meinem Kurs vorankommen werden. „Make it about them, not about me“ – das ist so ein Satz, der mir dazu einfällt. Überbewerte jedenfalls diese Gedanken nicht und mach‘ einfach deine Arbeit weiter – ich glaube, selbst viele vermeintliche ‚Profis‘ haben sie hin und wieder, wenn es ans ‚Anpreisen‘ und Finden der richtigen Worte für das eigene Angebot geht…
  • Hole dir Feedback von Außenstehenden, sobald du die Seite gefühlt etwa 80% fertig hast. Dabei soll es noch nicht um Lektorat gehen, sondern um die Frage, wie gut der Leser von oben nach unten durch den Text geführt wird, wie verständlich alles ist, was ihnen an Infos ggf. noch fehlt. Selbst nach dem Feinschliff wird deine erste Verkaufsseite vermutlich noch von ‚perfekt‘ entfernt sein! Egal!! Hauptsache, du kannst loslegen und Teilnehmende für deinen Kurs suchen.
    (Die erste Verkaufsseite wird dir in ein paar Jahren ein wenig peinlich sein, ganz sicher. :o) Das kannst du aber nicht durch Herum-Perfektionieren abändern, weil du jetzt noch nicht weißt, was du in einigen Jahren klar haben wirst.)
  • Was das Design deiner Seite angeht: Ich rate davon ab, in diesem Stadium, für deinen Pilot-Kurs, einen Freelancer dafür zu bezahlen, dir deine Seite designen zu lassen. Dir fehlt einfach die Klarheit, die nötig ist, damit das „auf den Punkt“ passt – und diese Klarheit kommt durch Erfahrung. Was du machen kannst, wenn du sehr unsicher in Bezug auf Design bist: Mache mit ‚deinen Farben‘ und Schriftarten einen Entwurf, fülle ihn mit deinen Texten – und dann bezahle einmalig jemanden dafür, dir Feedback zu geben, welche schnellen Änderungen den optischen Eindruck deutlich verbessern. Siehe auch meine Podcast-Empfehlung unten.

Weiterführende Infos zum Thema Verkaufsseite aus meinem Blog / Podcast:

5. Technik und Tools auswählen, die dich unterstützen – ohne dich darin zu verlieren

Womit beginnen die allermeisten, die mit eigenen Online-Kursen anfangen wollen? Mit der Recherche nach einer Kurs-Plattform. Die Werbung dafür springt einem aber auch mittlerweile überall an, denn es gibt immer mehr Tools, die von dem großen Kuchen etwas abhaben möchten.

Und weißt du, was deinen Pilot-Teilnehmern vermutlich so ziemlich am unwichtigsten ist? Die Kursplattform! Ob und wo sie sich für ihre Kursmaterialien oder Aufzeichnungen etc. einloggen müssen, ob sie ihre Arbeitsblätter per Mail oder irgendwo zum Download finden – das dürfte für die meisten relativ unwichtig sein. Eine klare Kommunikation, wo was zu finden ist, ist natürlich in jedem Fall wichtig.

Nach meiner Erfahrung wird an dieser Stelle also von angehenden Kurs-Anbietern sehr viel Energie für eine Frage verbrannt, der eigentlich noch nicht vorrangig ist! In diesem Video / Podcast habe ich dargelegt, warum du für den Start mit eigenen Online-Kursen nicht unbedingt eine Kurs-Plattform brauchst.

Viel wichtiger sind die oben besprochenen Schritte 1 – 4: dass du nämlich sehr genau vor Augen hast, WEN du WOHIN führen willst über welche Medien – und wie du das textlich-argumentativ auf einer Seite zusammenfasst.

Das als Gedanke vorweg.

Was brauchst du nun an Technik für deinen ersten Kurs? Es hängt im großen Maße davon ab, was du in Schritt 3 als Format für deinen Kurs festgelegt hast.

  • Wenn du entschieden hast, deinen Input und den Austausch mit den Teilnehmenden weitgehend über Zoom stattfinden zu lassen, also ein Live-Online-Gruppenkurs, dann brauchst du natürlich Zoom oder eine vergleichbare Meeting-Plattform wie Teams oder Jitsi und solltest dessen wichtigsten Funktionen beherrschen. PDF-Arbeitsblätter kannst du in Word, Google Docs, Pages (Mac) oder Canva gestalten und mit pdfescape mit ausfüllbaren Formularfeldern versehen.
  • Solltest du deine Inhalte als Videos ausliefern wollen, brauchst du ein Konzept, eine Vorlage für deine Videos (siehe nächster Schritt) – denn es gibt sehr unterschiedliche Formate. Du kannst dein Smartphone, zusammen mit einem guten Ansteckmikro für die Aufnahme verwenden oder deine Webcam. Oder du zeichnest eine Folien-Präsentation auf – das geht bspw. mit Zoom (keine gute Videoqualität, aber reicht für den Anfang), Loom, Canva pro oder OBS. Es führt an dieser Stelle zu weit, dir die verschiedenen Optionen für die Video-Aufnahme und -Bearbeitung darzulegen – aber meine Botschaft an dieser Stelle: Lass‘ für deinen ersten Kurs deinen Perfektionismus los!!! Finde einen Weg, der für dich so unkompliziert wie möglich ist, Videos aufzuzeichnen. Probiere ein wenig herum und dann bleib‘ bei der Variante, die jetzt im Moment für dich am besten machbar ist.
  • Wenn du Audios erstellen möchtest, brauchst du ein Aufnahme- und Schnitt-Tool – auf dem Mac z.B. Garageband, für PC gibt es kostenlos Audacity. Meine Musik habe ich bei Premiumbeat.com gekauft; als Hosting-Service kann ich Podcaster.de empfehlen, auch wenn du dort ’nur‘ deine Kurs-Audios ablegen willst und keinen Podcast starten willst. Audios können, wenn sie nicht zu groß sind, aber auch bei WordPress hochgeladen werden.
  • Falls du tatsächlich erstmal auf eine Kursplattform verzichtest, weil du das jetzt noch nicht entscheiden kannst, solltest du dennoch irgendwo „für Ordnung sorgen“ bei den Aufzeichnungen, Medien und Arbeits-Unterlagen. Am einfachsten ist eine Webseite, die du per Passwort schützt. Wenn du eine Facebook-Gruppe für den Austausch der Teilnehmer:innen hast, können auch dort Medien, Dateien und „Info-Guides“ geteilt werden, über Hashtags („Themen“) kannst du dort zusätzlich für Ordnung sorgen.
  • Was aus meiner Sicht auf jeden Fall unverzichtbar ist, ist ein E-Mail-Marketing-Programm. Egal, welches Format du für deinen Online-Kurs wählst: E-Mails an die Teilnehmenden halten alles zusammen. Denn über regelmäßige Mails stellst du sicher, dass Alle jeweils die relevanten Infos bekommen. Dafür bräuchtest du eigentlich noch kein E-Mail-Tool – aber da du ja für den Vermarktungsprozess nicht ohne so eines auskommst, ist das aus meiner Sicht von Anfang an eins der Basis-Tools. Ich nutze Getrespose, das sehr günstig ist, und in diesem Tutorial habe ich die wichtigsten Grundeinstellungen erklärt.
  • An Hardware brauchst du mindestens ein vernünftiges Mikrofon und eine WebCam, denn selbst bei den teuersten Computern sind diese in der Regel nicht so gut, dass man ohne externe Geräte guten Ton und gutes Bild bekommt.
  • Für die Zahlungsabwicklung brauchst du meiner Ansicht nach noch keinen digitalen Zahlungsanbieter! Du kannst deinen ersten TeilnehmerInnen einfach eine Rechnung schreiben. Ansonsten: Ich nutze seit Jahr und Tag Digistore24 und nehme die relativ hohen Gebühren gern in Kauf, weil es mir so viel Arbeit, vor allem bei steuerlichen und rechtlichen Belangen – aber wie gesagt, das brauchst du nicht vom Start weg, sondern kannst du auch später im Zusammenhang mit der Auswahl der Kursplattform entscheiden.

Du siehst: Wenn du dich von deinem Anspruch löst, gleich beim ersten Kurs einen „Evergreen“ mit professionellen Videos und automatisiertem Abrechnungstool zu erstellen, müsstest du eigentlich weitgehend mit dem auskommen, was du schon hast und nutzt: Zoom (oder ähnlich), deine Webseite, Word, Canva o.ä für Arbeitsblätter, dein Smartphone oder die WebCam für „unperfekte“ Videos, Facebook-Gruppen für den Austausch und ggf. sogar das Ausliefern deiner Inhalte (das ginge auch über LinkedIn, dort allerdings weniger komfortabel).

6. Vorlagen erstellen für Medien; Medien-Erstellung vorbereiten

7. Deinen Kurs launchen und Teilnehmer an Bord holen

Du hast ein Konzept, einen Termin, einen guten Plan – und eine Seite, auf der du deinen Kurs vorstellst. Dann kannst du loslegen damit, Teilnehmer zu gewinnen und deinen Kurs zu vermarkten! Wie oben geschrieben, brauchst du dafür technisch nicht alles ‚perfekt‘ automatisiert haben – du brauchst nur dein Selbstvertrauen, dass du die Teilnehmer durch den Prozess geführt bekommen wirst. (Und: Da du mit großer Wahrscheinlichkeit jetzt schon Prozessbegleiter:in bist, wirst du das hinbekommen!).

Wenn du das Wort ‚Launch‘ hörst, denkst du vermutlich an die aufwändig inszenierten, offenbar perfekt durchgeplanten Launches der „Großen“. Da passt alles zusammen, nichts wird dem Zufall überlassen, es gibt viel kostenlosen Mehrwert vorab und dann jede Menge Mails… Und so weiter.

Da du das alles zum ersten Mal machst, hänge bitte deinen Anspruch auch hierbei nicht zu hoch. Es gibt genug zu lernen auch an den anderen Baustellen. Daher empfehle ich gern einen „pragmatischen“ Launch, eine Marketing-Aktion, die in deiner aktuellen Situation gut für dich umsetzbar ist. Ein wenig ins Schwitzen geraten, aufgeregt sein, Adrenalin-Stöße und schwankende Gefühle gehören dazu – aber du solltest besser nicht ausbrennen!

Hier ein paar Tipps für einen ‚pragmatischen‘ (unperfekten) Launch:

  • Mach‘ dir klar, was ein Launch eigentlich genau ist: Es bedeutet, zeitnah vor dem Start deines Kurses verstärkt aufmerksam zu machen auf dein Kurs-Thema und deine Lösung, nämlich deinen bald startenden Kurs. Niemand hat irgendwo festgeschrieben, dass zwangsläufig x Mails automatisiert da und dort versendet werden – es geht darum, dass du einen FÜR DICH gut machbaren Weg findest.
  • Viele, die mit Online-Kursen einsteigen, aktivieren erstmal ihr vorhandenes Netzwerk. Und zwar nicht mit anonymen Massenmails, sondern indem sie Kontakte wieder auffrischen, Freunde und Bekannte ansprechen oder Netzwerkveranstaltungen nutzen, um dort von ihrem Kurs erzählen. Oft wurde dieses auch während des ‚Pre-Launches‘ schon angefangen, so dass dort jetzt wieder angeknüpft werden kann.
  • Überlege dir eine kostenlose Aktion, die dir einigermaßen leicht von der Hand geht und mit der du zeitweise erhöhte Aufmerksamkeit in den Social Media und deiner Newsletter-Liste auf das Thema deines Kurses lenkst. Gut bewährt hat es sich, während dieser Phase kostenlose Kurz-Beratungen anzubieten, um direkt mit Interessenten zu sprechen und, wenn es passt, den Kurs darüber zu verkaufen. Was du in dieser Phase zusätzlich noch schaffst an Mails, Auftritten, Aktionen, Social-Media-Präsenz, kannst du machen – aber erlaube dir, deinen Launch nicht perfekt vorher schon durchzuplanen.
    Bitte verstehe mich nicht falsch: Ein richtig erfolgreicher Launch will genauso gut konzipiert und vorbereitet werden, wie jetzt dein Pilotkurs. Aber das schaffst du beim ersten Mal in der Regel nicht auch noch!!
  • Ein Pilot-Kurs kann gut mit 5 bis 20 Teilnehmenden starten – falls du mal eine Hausnummer brauchst, was ich nach meiner Erfahrung als erfolgreichen Pilotkurs ansehe. Diese Anzahl lässt sich – wenn das Thema einen Nerv trifft und auf einen Bedarf in deiner Zielgruppe – meist gut über die genannten Maßnahmen zusammenbekommen.
    Wenn dann dein Kurs einmal durchgelaufen ist, du die Kurs-Materialien stehen oder gut vorbereitet hast, kannst du dann beim NÄCHSTEN Kurs-Start einen ‚richtigen‘ Launch machen.

Fazit:

Einen eigenen Online-Kurs anzubieten, ist gar nicht so schwierig – doch wenn du damit echten Mehrwert für dein Business und deine TeilnehmerInnen stiften möchtest, dauert es vermutlich länger, als du vorab gedacht hast.

Denn, einfach nur eine Reihe von Videos aufzunehmen und mit ein paar Arbeitsblättern zusammen auf eine Plattform zu setzen: Das funktioniert nicht und ist eine Sackgasse!

Besser ist es, du gibst dir für den Konzeptions- und Pre-Launch-Prozess mehr Zeit, fokussierst dich auf den Nutzen für deine Teilnehmer – und hast dafür langfristig eine viel bessere Grundlage, eigene Online-Kurse in dein Business zu integrieren.

In meinem Evergreen-Webinar „So nimmst du den Druck raus“ bekommst du weitere Hinweise, wie du deinen ersten Kurs startest, ohne dich dabei komplett zu verausgaben. Du weißt ja mittlerweile: Ich denke langfristig – und entsprechend helfe ich dabei, pragmatisch an das Projekt Online-Kurs heranzugehen.


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter: